Der Bad Kissinger Stadtteil Hausen

Hausen heute

Seit der Gebietsreform im Jahre 1972 firmiert die bis dahin selbständige Gemeinde als Stadtteil der Großen Kreisstadt Bad Kissingen. Mit ca. 1750 Einwohnern ist Hausen der drittgrößte Stadtteil. Die Fläche bemisst sich auf 465 ha, das Ortszentrum liegt auf einer Höhe von 214 m über N.N. Das vorherrschende Klima ist ein gemäßigt humides subkontinentales. Der Ort liegt an der fränkischen Saale im Norden Bad Kissingens. Auf seiner Gemarkung entspringen mit dem Schönbornsprudel, dem "Runden Brunnen" und der Theresienquelle einige der wichtigsten Quellen, die im vergangenen Jahrhundert den Ruf Bad Kissingens als Weltbad begründeten. Ebenso befinden sich die ehemaligen Salinen, das Heinz-Kalk-Krankenhaus und das Bismarckmuseum im Stadtteil Hausen. Die bedeutendste Persönlichkeit, die jemals aus dem heutigen Bad Kissinger Stadtteil hervorgegangen ist, ist zweifellos der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Moderator des II. Vatikanischen Konzils, Julius Kardinal Döpfner.

 

 

 

 

Die Lage des Stadtteils Hausen im Norden der Großen Kreisstadt Bad Kissingen

Ein Blick in die Vergangenheit

Hausen kann auf eine lange Vergangenheit zurückblicken, in deren Mittelpunkt sicherlich die ehemals hochstiftlichen Salinen und das ehemalige Prämonstratenserinnenkloster Hausen stehen.

Die erste urkundliche Nachricht über den Ort fällt in das Jahr 1150, wobei eine erste Siedlungstätigkeit in der heutigen Gemarkung schon wesentlich früher, vielleicht schon im 5. Jahrhundert anzunehmen ist.

 

Einige Geschichtsdaten im tabellarischer Form:

1161

Gründung des Klosters Hausen

1380

Erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Hausen

1525

Schwere Plünderungen des Klosters durch aufständische Bauern

1553/56

Auflösung des Klosters als geistliche Institution

1563

Errichtung einer Salzhütte an der "Unteren Saline"

1568/69

Die Pest wütet in Hausen. Der Volksmund berichtet, dass bei einem Leichentransport nach Kissingen 3 Tote vom Wagen fielen. An dieser Stelle wurden die drei Pestkreuze (Obere Saline/Blumenstraße) errichtet. Hier entstand auch die alljährliche Wallfahrt zur Marienkapelle in Bad Kissingen am sogenannten "Opferdonnerstag" durch ein Gelöbnis.

1581

Julius Echter verleibt die gesamten Güter des Klosters Hausen dem Universitätsbaufond ein. Bis 1821 steht das Kloster unter Verwaltung der Universität Würzburg.

1588

Julius Echter teilt Hausen und Kleinbrach der Pfarrei Kissingen zu.

1594

Der erste Versuch, Hausen in eine Pfarrei umzuwandeln, schlägt fehl.

1618/48

Schwere Verwüstungen des Klosters und harte Leidenszeit für Hausen während des dreißigjährigen Krieges.

1630

Der zweite Versuch, Hausen in eine Pfarrei umzuwandeln, schlägt fehl.

1631

Die Schweden sind im Dorf.

1633

Hungersnot

1634

Erneut wütet die Pest: 79 Opfer in vier Monaten

1637

Erneute Hungersnot; Man schlachtet Hunde und Katzen

1639

Plünderungen durch durchziehende Truppen

1641

Fast das gesamte Dorf fällt einem Brand zum Opfer

1642

Erneut Plünderungen im Dorf

1644

Einquartierung fremder Soldaten über 5 Monate

1645

Erneute Brandkatastrophe

1664

Aus dem Türkenkrieg zurückkehrende Truppen durchziehen Hausen

1763

Die Salzausbeute der Salinen beträgt 14 000 Zentner

1764

Niedertreibung des "Schönbornsprudels"

1770-72

Die "Obere Saline" wird durch Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim errichtet. In den fürstbischöflichen Gemächern wohnte später Bismarck während seiner Aufenthalte in Bad Kissingen. Hier befindet sich heute das Bismarck-Museum.

1788

Niedertreibung der "Theresienquelle" (heute Mineralwasser, Fa. Frankenbrunnen)

1803

Säkularisation. Hausen wird bayrisch.

1805

Hausen kommt in den Besitz des Großherzogtums Würzburg unter Ferdinand von Toskana.

1812

Napoleonische Truppen durchziehen Hausen. Hohe Abgaben !

1814

Hausen kommt endgültig zu Bayern. Das Salzwerk geht an das Königreich über und entwickelt sich zur wahren Goldgrube


Blick auf den Altort Hausens um das Jahr 1950

1831

Erster Laufkaplan tritt seinen Dienst an

1866

Am 10. Juli Schlacht zu Kissingen. Dabei Gefechte zwischen Preußen und Bayern in Hausen

1867

Die Aufhebung des staatl. Salzmonopols leitet das Ende der Salzerzeugung in Hausen ein. Endgültiges Aus: 1968

1868

Fertigstellung des Kaplaneihauses (heute: Pfarrhaus) unter anderem durch Zuwendungen der russischen Kaiserin

1870

44 Hausener Bürger ziehen in den deutsch-französischen Krieg

1879

Errichtung einer Lokalkaplanei

1913

Julius Kardinal Döpfner erblickt in Hausen das Licht der Welt

1914-1918

I. Weltkrieg: 27 Gefallene aus Hausen

1923

Erneut schlägt ein Versuch fehl, Hausen zur Pfarrei zu erheben

1939-45

II. Weltkrieg: 51 Gefallene und 13 Vermisste aus Hausen

1941

Am 14. Oktober wird durch Bischof Matthias Ehrenfried Hausen zur selbständigen Pfarrei erhoben

1945

Am 7. April wird von der dt. Wehrmacht die Saalebrücke gesprengt. Noch am selben Tag wird Hausen von den Amerikanern besetzt

1951

Bischof Julius Döpfner weiht das neue Geläut der Kirche, nachdem die alten Glocken im Kriege eingezogen worden waren. Am 18.11. Einweihung der Wiedererrichteten Saalebrücke.

1953

Das Pfarrheim wird eingeweiht

1961

Der Kindergarten wird seiner Bestimmung übergeben und von Maria-Stern-Schwestern betreut

1962

Die Hl. Kreuz-Kirche wird der Kirchenstiftung vom Freistaat Bayern kostenlos übereignet.

1963

Das Wahrzeichen Hausens, die Pumpstation am Schönbornsprudel, wird abgebrochen, nachdem bereits 1954 das Schaufelrad entfernt worden war.

1970

Errichtung der Mehrzweckhalle mit Feuerwehrhaus.

1972

Im Zuge der Gebietsreform wird Hausen nach Bad Kissingen eingemeindet.

1984

Die Turn- und Sportvereinigung errichtet ihr Sportheim

1990

Das Feuerwehr-Gerätehaus wird renoviert und erweitert

1992

Die Maria-Stern-Schwestern verlassen am 3. August den Stadtteil. Der Orden ist personell nicht mehr in der Lage, die Schwesternstation in Hausen zu erhalten. Der Kindergarten wird nun ausschließlich von "weltlichen" Erzieherinnen betreut.

2009

Am 20. September wird Pfarrer Georg Hirschbrich verabschiedet. Damit ist er der 2. und vorerst letzte Pfarrer von Hausen. Hausen gehört ab dem 1. Oktober 2009 zur Pfarreiengemeinschaft „Jesus – Quelle des Lebens“, Bad Kissingen.
Zugehörig sind:
Arnshausen – Pfarrei St. Peter und Paul
Bad Kissingen – Pfarrei Herz Jesu
Reiterswiesen – Filiale St. Laurentius
Winkels – Filiale St. Bonifatius
Hausen – Pfarrei Heiligkreuz
Kleinbrach – Filiale St. Joachim und St. Anna